Zwischen dem Mama-Sein, der Rolle als Ehefrau, Freundin, Unternehmerin, Schwester und Tochter, zwischen Arbeit, gesunder Ernährung, genug Bewegung und dem ständigen Wunsch, es allen recht zu machen, bleibt oft kaum Zeit für dich selbst. Doch wie soll das auch funktionieren, wenn du dich in so vielen Rollen wiederfindest und immer für andere da bist?
Genau darüber haben wir mit einer Frau gesprochen, die all das tagtäglich meistert - liebe Olesja...
Das neue Journal „home of love" stellt die Frau und ihre ganz eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt - etwas, das es in dieser Form so noch nicht gab. Was hat dich persönlich dazu inspiriert diese Idee umzusetzen? Was war dein Antrieb?
Mein Antrieb waren die starken Frauen um mich herum. Ich wollte Frauen daran erinnern, wie viel sie täglich leisten - oft ohne es selbst zu sehen. Wie viel Kraft und Power sie in sich tragen, physisch wie mental. Wie viel Verantwortung sie übernehmen, wie viele Heraustorderungen sie meistern - ob als Mütter, als Frauen mit Krankheiten oder Schicksalsschlägen, als diejenigen, die für ihre Familien da sind, die das Zuhause zu einem sicheren Ort machen. Und dabei sind wir Frauen oft so selbstkritisch, dass wir übersehen, wie wertvoll wir sind.
Mit meinem Journal möchte ich genau das ins Bewusstsein rücken: Wir sind genug. So, wie wir sind. Wir sind emotionale Wesen, handeln aus dem Bauch heraus, spüren Dinge intuitiv - und genau das ist unsere Superkraft.
Doch statt uns dafür anzuerkennen, zweifeln wir, machen uns klein, hinterfragen uns ständig. Dabei verdienen wir es, stolz zu sein. Wir verdienen es, uns selbst mit mehr Achtsamkeit, mehr Selbstakzeptanz und mehr Wertschätzung zu begegnen.
Ich möchte Frauen ermutigen, ihre eigene Stärke zu erkennen, sich selbst mehr zu vertrauen und aufzuhören, sich für ihre Gefühle oder ihre Entscheidungen zu verurteilen. Unsere Intuition ist eine Gabe. Unsere Widerstandskraft ist außergewöhnlich. Es ist an der Zeit, dass wir uns das bewusst machen - und es feiern.

Als Unternehmerin und in all den verschiedenen Rollen, die du täglich einnimmst - wie schaffst du es, das alles zu meistern? Wie sieht dein Alltag aus?
Durch meine lange Selbstständigkeit habe ich vieles gelernt, und einiges ist zur Routine geworden. Autgaben die früher vielleicht herausfordernd waren, erledige ich heute automatisch, ohne lange darüber nachzudenken Gleichzeitig versuche ich, mich nicht zu sehr in Kleinigkeiten zu verlieren. Wenn ich zum Beispiel Content erstelle, filme ich es einmal - so, wie es ist. Das macht es authentischer, spart Zeit und hält mich im kreativen Flow.
Ich arbeite effizient, verliere mich nicht in Perfektionismus und verschwende keine Zeit. In meinem Kopf läuft ständig eine Art kleiner Motor, der mich von einem To-do zum nächsten führt - nicht von einer Aufgabe zur nächsten Pause. Doch genau das macht mich glücklich. Ich liebe, was ich tue, und bin unendlich dankbar für alles, was ich schaffen darf. Diese Dankbarkeit ist mein größter Antrieb.

Gibt es wiederkehrende Herausforderungen, denen du dich täglich stellen musst?
Die größte Herausforderung ist für mich definitiv die Zeit. In meiner Bubble - ob auf Social Media oder als Unternehmerin - fühlt es sich an, als wäre die Arbeit nie wirklich erledigt. Es gibt immer noch etwas, das man filmen, posten, schreiben oder abhaken könnte. In meinem Bereich existiert kein klares „Feierabend", kein echtes Wochenende und kein kompletter Urlaub, weil meine Arbeit immer präsent ist - in meinem Kopf, in meinen Gedanken, in meinem Alltag. Theoretisch könnte ich rund um die Uhr die Kamera laufen lassen, weil ständig Ideen auftauchen, die für viele hilfreich oder inspirierend sein könnten.
Genau darin liegt die Herausforderung: sich nicht in dieser endlosen Flut an Möglichkeiten zu verlieren. Denn neben all dem bin ich auch Mutter, und meine Zeit ist begrenzt. Mein Arbeitstag endet, wenn mein Sohn aus dem Kindergarten kommt - danach steht die Familie im Mittelpunkt. Was ich bis dahin nicht geschafft habe, bleibt entweder liegen oder wird in einer Nachtschicht erledigt. Ich versuche, solche Nachtschichten zu vermeiden, aber manchmal geht es einfach nicht anders.
Nie wirklich „fertig" zu sein und chronisch zu wenig Zeit zu haben - das sind wohl die zwei größten Herausforderungen in meinem Alltag.

In so vielen Rollen trägt man natürlich auch eine große Verantwortung - sowohl sich selbst als auch anderen gegenüber. Wie gehst du mit diesem Druck um
Verantwortung ist ein großer Teil meines Lebens - und ehrlich gesagt war das schon immer so. Ich habe immer gerne Verantwortung übernommen, manchmal vielleicht auch zu viel, manchmal für Dinge oder Menschen, für die ich es gar nicht hätte tun müssen. Aber für mich ist jemand, der Verantwortung bewusst annimmt und klar erkennt, wo sie liegt, eine starke Person. Ich treffe gerne Entscheidungen, übernehme Verantwortung mit Überzeugung - es gibt mir Kraft.
Doch es gibt einen Unterschied: Die Verantwortung anderen gegenüber fällt mir oft leichter als die Verantwortung mir selbst gegenüber. Meine Familie, mein Kind - sie stehen an erster Stelle. Gerade als mein Sohn noch ein Baby war, hat mich dieses Verantwortungsbewusstsein fast erdrückt. Ich wollte alles perfekt machen, das Beste geben, aber als frischgebackene Mutter fühlt sich diese Aufgabe anfangs wie ein unüberwindbarer Berg an. Erst mit der Zeit, mit Erfahrung und Routinen, wurde vieles leichter und irgendwann auch ein Automatismus.
Auch beruflich spielt Verantwortung eine große Rolle. Sie ist mir sehr bewusst, aber in manchen Momenten fühlt sie sich noch überwältigend an - vor allem, wenn es um meine Mitarbeiter und ihre Existenz geht. Plötzlich ist nicht mehr nur mein eigenes Einkommen relevant, sondern auch das der Menschen, die mich in meiner Arbeit unterstützen. Das bringt Druck mit sich. Aber ich glaube, das ist ein Prozess. Mit der Zeit, wenn sich mein Unternehmen weiter etabliert und Abläufe sich eingespielt haben, wird auch das leichter.
Und dann ist da noch die Verantwortung mir selbst gegenüber - die, die ich oft hinten anstelle. Ich merke besonders in schwierigen Zeiten, dass genau diese Verantwortung eigentlich die wichtigste ist: meine mentale und körperliche Gesundheit, mein Wohlbefinden. Und doch passiert es so schnell, dass man alle anderen zuerst stellt und sich selbst sagt: „Das wird schon." Aber die Wahrheit ist, dass wir uns selbst genauso ernst nehmen müssen wie alle anderen.
Abschließend kann ich nur sagen: Verantwortung zu übernehmen ist essenziell. Es ist eine bewusste Entscheidung, die man als etwas Positives sehen sollte - für andere, aber auch für sich selbst.
Wirken sich die Rollen aufeinander aus? Hat die Unternehmerin Olesja einen Einfluss auf dein privates Leben?
Eine der größten Herausforderungen - und gleichzeitig eine der wichtigsten Aufgaben - ist es, die verschiedenen Rollen im Leben bewusst zu trennen. Für mich gehört das zur Professionalität dazu. Wenn ich privat bin, will ich nicht ständig über meine Arbeit reden. Natürlich kommt es vor, dass mir beim Abendessen eine Idee einfällt, aber ich spreche dann nicht darüber. Ich versuche, klare Grenzen zu ziehen, denn ich möchte nicht, dass alles miteinander verwoben ist. Vor allem möchte ich nicht, dass ein stressiger oder frustrierender Arbeitstag meine Stimmung zu Hause beeinflusst. Meine Familie kann nichts dafür, sie kennt oft nicht einmal die Hintergründe oder Menschen, die mit einer bestimmten Situation zu tun haben - und sie verdient es nicht, meine schlechte Laune abzubekommen.
Ich glaube, dass man langfristig nur dann erfolgreich und ausgeglichen bleiben kann, wenn man lernt, seine Lebensbereiche bewusst zu trennen. Privat bin ich eine andere Olesja als in meinem Job. Im Beruf bin ich vielleicht klarer, direkter, fordernder - weil es die Verantwortung und die Anforderungen erfordern. Aber sobald ich nach Hause komme, bin ich Mutter, Partnerin, Freundin. Und genau das macht es so wichtig, bewusst umzuschalten.
Mir gelingt das ganz gut, aber meine Gedanken lassen sich natürlich nicht immer kontrollieren. Sie kommen, wann sie wollen. Deshalb ist es entscheidend, von Anfang an bewusst neue Gewohnheiten zu schaffen. Wenn man bei einem neuen Job täglich die eigene Laune mit nach Hause bringt, wird es irgendwann zur Normalität - und dann ist es schwer, diese Gewohnheit wieder zu durchbrechen. Aber wenn man sich von Anfang an vornimmt, beim Nachhausekommen bewusst umzuschalten, tief durchzuatmen und sich auf das Privatleben zu konzentrieren, kann man verhindern, dass sich die Grenzen verwischen.
Ich finde es auch nicht schlimm, dass wir im Leben in verschiedene Rollen schlüpfen - es ist sogar notwendig Wichtig ist nur, dass wir einen Weg finden, diese Rollen gut zu balancieren. Denn am Ende geht es darum, mit einem klaren Kopf und einem guten Gefühl durchs Leben zu gehen.