Es ist diese seltsame Zeit im Jahr, in der man nicht so richtig weiß wo vorne & hinten ist. Man isst Reste von Weihnachten, läuft in gemütlichen Klamotten rum, vermutlich noch im Pullover von letzter Woche und irgendwo zwischen Plätzchen, Couch und Kalenderwechsel verliert sich das Zeitgefühl.
Alles ist irgendwie still – aber gleichzeitig füllt die Stimme den Kopf und sagt „Du musst was tun!“ Die letzten Wochen waren voll, emotional, schön, anstrengend… und jetzt? Jetzt steckt man fest in einer Zeit, die jeder kennt, aber keiner so richtig definieren kann.
Viele empfinden diese Tage als merkwürdig. Als „Zwischenzustand“, der sich weder nach Alltag noch nach Urlaub anfühlt. Aber genau das macht sie so besonders. Das Jahr ist vorbei – das neue hat noch nicht begonnen. In dieser Leere steckt etwas, das wir viel zu selten zulassen: Stillstand, Langeweile, Ruhe, Verlorensein.
Der Moment, in dem du nichts musst, in dem du dich treiben lassen darfst, ohne gleich ein Ziel daraus zu machen.
Das „Nichts“ wird zu viel
Natürlich – irgendwann reicht es. Nach dem dritten Tag im Schlafanzug fragst du dich vielleicht, ob du jemals wieder produktiv wirst. Man scrollt, snackt, schaut Serien, steht spät auf – und trotzdem fühlt sich das alles nicht wirklich erholsam an.
Das liegt daran, dass Erholung nicht automatisch passiert, nur weil du aufhörst zu arbeiten. Erholung entsteht, wenn du bewusst umschaltest.
Wie du das hinbekommst:
1. Verarbeite statt plane.
Anstatt dich direkt in Vorsätze zu stürzen, lass das Jahr erst mal sacken. Schreib auf, was schön war, was du gelernt hast und was du im alten Jahr lassen möchtest.
(Perfekte Fragen für das freie Schreiben im „home of love“ Journal).
2. Mach was Altes – nicht Neues.
In dieser Zeit muss nicht alles neu beginnen. Triff alte Freund*innen, gehe an Orte, die dir ein gutes Gefühl geben, schaue dir deine Journal-Einträge an.
3. Finde kleine Rituale.
Ein Spaziergang jeden Morgen. Eine Tasse Tee am Fenster, bevor du dein Handy anmachst. 10 Minuten Yoga der Meditation. Solche Mini-Routinen geben deinem Tag Struktur – ohne ihn zu verplanen.
4. Mach Dinge ohne „Zweck“.
Lies ein Buch, ohne Ziel. Male, koche, dekoriere, schlaf aus. Tu Dinge, einfach weil sie dir guttun – nicht, weil sie „sinnvoll“ sind.
5. Schreib dir eine „Zwischen-den-Jahren-Liste“.
Hier gehören keine To-Dos rein, sondern „Will Ich“-Momente. Menschen, die du treffen willst, Filme, die du schauen willst, Rezeptideen, kleine Ausflüge. Alles, was du sonst immer „irgendwann mal“ machen wolltest – genau jetzt ist irgendwann.
Eine neue Sicht auf diese Zeit
Vielleicht ist dieses „Zwischen-den-Jahren-Gefühl“ gar kein Loch, sondern ein Geschenk. Ein Ort zwischen „Schon vorbei“ und „Noch nicht begonnen“. Eine Art seelischer Landeplatz, um runterzukommen, bevor das Flugzeug wieder startet.
Wichtig ist, diese Zeit nicht zu füllen, sondern zu fühlen.




