Olesja, was bedeutet es für dich, ins neue Jahr zu starten?
Für mich bedeutet das neue Jahr, mit gewissen Dingen abzuschließen – wirklich einen Schlussstrich zu ziehen, etwas zu beenden. Und dann im neuen Jahr mit neuen Erfahrungen, neuen Projekten, neuen Learnings durchzustarten. Es fühlt sich an wie eine Chance, besser zu werden.
Was denkst du über Sätze wie „New year, New Me“ oder „Jetzt wird alles anders“?
Ich finde „New Year, New Me“ eigentlich gut, weil es motiviert und einem im Kopf so eine Art Deadline setzt. So ein „Ab jetzt!“. Aber wenn man kein disziplinierter Mensch ist oder sonst eher bequem durchs Leben geht, dann bringt der Spruch nicht viel.
Grundsätzlich kann man natürlich jederzeit neu starten, man braucht dafür nicht den 1. Januar. Trotzdem finde ich den Spruch cool, er macht Vorfreude – aber er spricht eher die Leute an, die wirklich bereit sind, etwas zu ändern und Herausforderungen anzunehmen. Er spricht allerdings eher die Menschen, die wirklich bereit sind, anzupacken, sich Herausforderungen zu stellen und durchzuziehen.
Gibt es etwas, das du im neuen Jahr an deiner Einstellung verändern möchtest?
Ja – ich möchte meine Einstellung mir selbst gegenüber verändern. Freundlicher zu mir sein, mir mehr verzeihen und mich nicht immer an letzter Stelle einordnen.
Das Thema Erwartungen hat mich dieses Jahr sehr beschäftigt. Je höher die Erwartungen, desto schwieriger ist es, am Ende glücklich zu sein. Wenn eine Erwartung erfüllt wird, fühlt es sich oft nur neutral an. Aber wenn man keine Erwartung hat und etwas Positives passiert, ist man viel glücklicher.
Ich neige dazu, zu hohe Erwartungen zu haben. Deshalb möchte ich sie bewusst zurückschrauben und Dinge mehr auf mich zukommen lassen – vor allem Situationen, die ich nicht kontrollieren kann.
Welche Erwartungen, Ziele oder Visionen hast du fürs neue Jahr?
Ich habe Pläne und Ziele, aber nicht alle sind schon konkret definiert – das steht noch an. Das ist jedes Jahr etwas, das ich besser machen möchte, weil man ein Ziel braucht, um den eigenen Weg zu kennen. Beruflich habe ich große Pläne und Träume. Privat bin ich unglaublich glücklich mit meiner Familie, das bleibt für mich an erster Stelle. Fürs neue Jahr wünsche ich mir: mehr unter Leute kommen, mehr reisen, mehr Zeit mit Freunden und Familie. Mehr Quality Time – auch mit mir selbst.
Und gerne neue Routinen, wie z. B. jeden Freitag zur Massage gehen.
Wovon möchtest du im neuen Jahr weniger – und wovon viel mehr?
Weniger? Eigentlich nichts.
Mehr? Ganz klar: Freunde, Familie, Reisen, Quality Time. Mehr Zeit, die sich gut anfühlt.
Gibt es etwas, das du bewusst nicht planst, sondern einfach geschehen lässt?
Ja, alles, was nicht von mir abhängig ist. Ich plane und organisiere sehr gerne – aber Dinge, die außerhalb meiner Kontrolle liegen, plane ich bewusst nicht, weil Erwartungen dort am ehesten enttäuschen.
Für Projekte, die neu entstehen, lasse ich alles entspannt auf mich zukommen.
Was möchtest du im neuen Jahr zum ersten Mal für dich tun?
Ich möchte mehr auf Bühnen gehen.
Mehr Mehrwert geben – nicht nur, wie man von außen schön aussieht, sondern von innen. Ich möchte auf Panel Talks sprechen, in Podcasts, Interviews, Q&As – überall dort, wo ich Frauen durch meine Erfahrungen inspirieren und bestärken kann.
Dieses Jahr war ich das erste Mal auf einem Panel Talk. Nächstes Jahr möchte ich viel mehr davon. Und ich möchte noch mehr lesen und schreiben – weil beides mein Leben entschleunigt und bereichert.
Was bedeutet Neuanfang für dich persönlich?
Ehrlich gesagt: Neuanfang spielt für mich keine große Rolle.
Ich bin ein sehr langfristiger Mensch. Wenn ich mich für etwas entscheide, ziehe ich es durch – egal, ob es ein Projekt, eine Beziehung oder eine Designer-Handtasche ist.
Ich laufe nicht weg, sobald es schwierig wird. Ich bleibe dran. Deshalb gibt es in meinem Leben eher wenig Neuanfänge – und das fühlt sich für mich richtig an.
Vielleicht liegt es auch an meinem Alter. Mit 38 habe ich vieles schon gefunden: meinen Job, meinen Mann, meine Freunde, meinen Weg.
Natürlich gibt es neue Projekte, aber ich gehe sie langsam und nachhaltig an.
Was war für dich ein richtig gutes Jahr – und warum?
Dieses Jahr war für mich ein richtig gutes Jahr. Ich bin als Person gewachsen, als Frau. Ich habe ein weiteres Kind bekommen – das ist eine riesige Leistung, körperlich, geistig, seelisch. Und ich habe es achtsam erlebt.
Ich habe zwei Unternehmen weitergeführt, ein tolles Team aufgebaut, viel aufgeräumt – im Außen und Innen.
Es war ein herausforderndes Jahr, aber ich bin sehr zufrieden, stolz und dankbar.
Ich habe inneren Frieden. Es gibt nichts, das ich rückwirkend ändern würde.
Wenn du deinem zukünftigen Ich etwas für den nächsten Dezember mitgeben könntest – was wäre es?
Schreib dir alles in den Kalender. Du weißt, wann der erste Advent ist – also trag dir eine Woche vorher ein, dass du den Adventskranz besorgst. Kaufe Weihnachtsgeschenke zu Black Friday. Plane Plätzchenbacken wie einen Meeting-Termin ein. Plane Besuche mit Familie und Freunden fest ein.
Produziere im November viel Content vor, damit der Dezember entspannt wird.
Mach dir den Dezember leichter – du weißt ja eigentlich, wie’s geht.
Gibt es etwas, das du im neuen Jahr unbedingt beibehalten möchtest?
Ich möchte entschleunigen. Viel lesen, viel schreiben. Das wirkt für mich wie eine Pause-Taste in dieser schnellen Welt.
Lesen und Schreiben erden mich. Beides lässt mich bewusster leben, aktiver statt passiv. Ich merke, wie sehr das auch mein Umfeld beeinflusst – wen ich anziehe, wen ich loslasse. Dieses Gefühl von Bewusstsein und Ruhe möchte ich mit ins neue Jahr nehmen.




